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Schönfeld Sattel
Bundesland:
Talorte:
Seehöhe:
Streckenlänge:
Koordinaten:
Straßenbezeichnung:
Schwierigkeitsgrad nach Denzel:
Kärnten - Salzburg
Pichlern
Bundschuh
1740 m. ü. M.
ca. 20 km
geogr. Breite:
geogr. Länge:
46.982979 o
13.776051o
L 267
2-3
Streckenbeschreibung:  Die Straße über den Schönfels Sattel ist eine gut  ausgebaute Landstraße durch weitgehend unberührte  Natur. Sie verfügt über keine Spitzkehren, kann aber mit  vielen verschiedenen, auch schnellen Kurven bestechen.  Am Weg nach Süden ist der Schönfeld Sattel vielleicht die  Einstimmung für die Nockberge. Ab Bundschuh schlängelt  sich die Straße mit leichter Steigung bergan und erreicht  schließlich ein Hochtal, die Sameralm. Die von Berufsverkehr überhaupt nicht befahrene Straße  ist auch bei Gegenverkehr genügend breit. Mehr als von  Kraftfahrzeugen wird die Straße von Kühen und anderen  Weidetieren benützt.
Am Wegesrand: An der Fahrt über den Schönfeld Sattel gibt es viel Natur,  die durch kaum Siedlungen unterbrochen wird. Im Norden  fährt man entweder über den Lungau zu. Die umliegenden  Orte haben jeweils eigene Sehenswürdigkeiten anzubieten.  Das Schloss Moosham in Unternberg  lässt einen Blick in  die Hexenverfolgung zu. Moosham war bis in das 19. Jhdt.  Sitz des hiesigen Gerichts. Noch heute spürt man  Schauder wenn man sich  in der Folterkammer oder den  Gerichtssaal des Schlosses die Vorkommnisse vorstellt. In  St. Andrä im Lungau beschäftigt sich der Richtstättenweg  Passeggen mit der Geschichte der Hexenverfolgung. Der  Weg ist für Kinder nicht geeignet.
Hexenprozesse: Auf heute österreichischem Boden war die letzte Hinrichtung einer Hexe im Jahr 1750. Sie fand in Salzburg statt. 1750 –  damals wurde zwischen Spanien und Portugal die brasilianische Grenze definiert, Hinterlader lösten Vorderlader ab, der jetzige  US-Bundesstatt Pennsylvania schaffte die Sklaverei ab, die Feuerwerksmusik von Friedrich Händel wird uraufgeführt, Johann  Wolfgang von Goethe wurde 1 Jahre alt, J. Cena entdeckt die Möglichkeit künstliche Magnete herzustellen. In habsburgischen  Ländern war die Aufklärung in vollem Gange. Aufklärung, die Geisteshaltung, welche die die Ansicht vertritt, man könne die  Menschen durch Vernunft zu besserem Handeln bewegen. Die Aufklärung geht von der Vorstellung aus, alle Menschen seien  gleich, sie müssten sich aber aus Abhängigkeiten lösen. Die Vorgänge in der Bevölkerung, die unter dem Begriff „Hexenverfolgung“ zusammengefasst werden, trafen bei weitem nicht  nur die weibliche Bevölkerung. Auch Hexer wurden angeklagt und sehr oft auch verurteilt. Vor allem die bäuerliche  Unterschicht, Weinbauern, Dienstboten, Viehhirten und Randgruppen der Bevölkerung waren im Zentrum der Anklage, aber  auch Wahrsager, Bettler und das fahrende Volk.  Das Delikt zur Verurteilung war nur sehr grob im Rechtsbestand umschrieben. Schon in den ältesten germanischen  Rechtsaufzeichnungen gab es Strafbestimmungen gegen Schadenzauber und in den theologisch beeinflussten Rechtsspiegeln  des 13. Jahrhunderts wurde Zauberei mit Todesstrafe bedroht. Unter Schadenszauber verstand man  magische Praktiken, mit  denen jemand einem anderen Menschen Schaden zufügen will. Die Schadenszauber ausübende Person soll über ein  geheimes Wissen und über außergewöhnliche Kräfte verfügen, die wirksam gemacht und auf ein bestimmtes Ziel gelenkt  werden. Der Zaubereiverdacht war mit der Zeit so allgemein geworden, dass er oft zusätzlich zu Anklagen wegen anderer  krimineller Delikte erhoben wurde; vor allem bei Tatverdächtigen, die ohnehin sozial auffällig waren.  Die Richter, die die Prozesse - einschließlich der Verhöre - durchführten, die Urteile sprachen und deren Ausführung  überwachten, waren meist bürgerlicher Herkunft, hatten Jura studiert und standen als Beamte im Dienst eines adligen  Landesherren oder einer Stadtgemeinde.  Nachdem Anklage erhoben wurde gab es fast kein Entrinnen mehr. Unter zumeist unmenschlichen Verhältnissen wurde die  Untersuchungshaft verhängt. Zur „Entlastung“ wurden Zeugen befragt, die in vielen Fällen Denunzianten waren. Unter Folter  wurde die Wahrheit gefunden. Oftmals wurden unter Folter Geständnisse für niemals vollbrachte Taten gemacht, die später  wieder Widerrufen wurden. Der Widerruf hatte erschwerende Auswirkungen.   Als Foltermethoden wurden vor allem die Daumenschraube, glühende Zangen, Kopfpresse, Streckbank, Ölgießen, Strappado  und der Hexenstuhl angewendet. Zumeist wurden dem Opfer am Vormittag die Foltergeräte gezeigt und ausführlich erklärt und  nachmittags die „peinliche Befragung“  durchgeführt.   War die Schuld des Angeklagten festgestellt, wurde die Strafe sofort vollzogen. Auf das Verbrechen der Hexerei stand die  Strafe des Feuertodes, wobei es als Akt der Gnade galt, wenn vor dem Verbrennen das Opfer enthauptet wurde.   Johannes Kepler und Vorwürfe der Hexerei:  Johannes Kepler, der Hofastronom des Kaisers Rudolf II, war in ein Hexenverfahren gegen ihn verwickelt. Während er am Hof in Prag forschte, schrieb er u. a. ein Somnium  „Der Traum vom Mondflug“.  Keplers Mutter wurde 1615 als die Leonberger Hexe angeklagt. In diesem Zusammenhang werteten die Richter die Mondflugtheorien Keplers als Indiz dafür, dass auch Johannes Kepler in den Teufelskult seiner Mutter eingeweiht war. Kepler hatte größte Mühe sich und seine Mutter gegen die  Vorwürfen zu  wehren. Das Verfahren wurde eingestellt.  1621 verstarb die Mutter an den Folgen der Folter.